Montag, Mai 19, 2008

bilderbuchreif

Da hatten wir ihn also heute: Madame Lieschens ersten richtigen Trotzanfall.

... Schreien ... um sich schlagen ... sich todesmutig rückwärts vom Wickeltisch stürzen ... sich bäuchlings auf den Boden werfen und dort herum rollen ... nicht mehr ansprechbar sein ...

Und das alles, weil die depperten Eltern darauf bestanden, den Schlafanzug anzuziehen. Sie tut mir leid. Besonders, weil wir ihr wirklich nicht helfen konnten. Erst nach ein paar Minuten reagierte sie auf meine Ansprache und schien wirklich erleichtert, sich wieder an Mutterns Brust werfen zu können. Hei-jei-jei ... da kommt ja jetzt was auf uns zu.

Willkommen im Leben!

Liebe Lola,
wie schön, dass du da bist. Du wurdest von vielen, vielen Menschen sehnsüchtig erwartet, die nun alle schon sehr aufgeregt darauf warten, dich kennen zu lernen. Aber damit lass dir ruhig noch ein bisschen Zeit und beguck dir erstmal deine Eltern und deinen großen Bruder ein bisschen genauer - mit denen hast du wirklich Glück gehabt.

Hier ist es auf jeden Fall wunderschön. Es gibt das Meer und die Berge, Sonne und Regen und noch viel mehr ... du darfst also gespannt sein.
Wir wünschen dir auf jeden Fall alles Glück der Erde.

Herzlichst,
Familie Feuervogel

Sonntag, Mai 18, 2008

Erkenntnis

Madame Lieschen versucht eine Tür zu öfften. Klappt nicht. Sie kommt nicht an die Klinke heran. Schaut sie zum Papa hoch und meint:

"Kann is nis. Bin is zzzu klein."

Donnerwetter!! Welch eine Erkenntnis. Wir staunen andächtig.

Dienstag, Mai 13, 2008

Schön war's

Wir sind wieder da. Vier 1/2 goldene Tage und eine sonnige Ostseewoche liegen hinter uns. Ich bin glücklich wie lange nicht mehr, erholt, entspannt und zufrieden. Da konnte selbst der erste Arbeitstag nichts daran ändern. Mein Feedreader zeigt über 700 Einträge. Ich gebe mir Mühe, werde aber wohl kaum zum Kommentieren kommen. Aber Lesen möchte ich schon, was in eurem Leben so passiert ist. Und zu erzählen hab ich auch eine Menge ...

Mittwoch, Mai 07, 2008

Mein Leben - meine Liebe

Wenn ich da so sitze und den beiden hinterher blicke, zerreißt es mir fast das Herz. Und ich fühle ganz stark wie wunderschön dieses Leben ist. Das möchte ich bitte nie, nie mehr vergessen.

PS: Madame Lieschen war übrigens völlig aus dem Häuschen. Nicht wegen dem Meer ... aber dieser viiiiiele SSSSSAND!!! Man fasst es kaum.

Mittwoch, April 30, 2008

Sonnige Aussichten

Nein, Berlin ist es nicht, wohin unser Weg uns führt - Berlin ist zwar wunderschön, aber nicht "Golden". Wir fahren an die Moldau und ich sehe mich schon im Abendlicht auf der Karlsbrücke stehen, die Kuppeln der Stadt und den Burgberg anschauen, Palatschinken und Svickova mit Knödeln essen, warten dass die Aposteluhr die volle Stunde verkündet, den Wenzelsplatz rauf und runter flanieren, die Certovka bewundern, U-Bahn fahren, auf dem Vysehrad die Aussicht genießen ... und vielleicht reicht es auch für einen Ausflug zur Burg Karlstejn. Die Aussichten sind auf jeden Fall bestens.


War vielleicht jemand kürzlich in der goldenen Stadt und hat noch einen Tipp, was wir uns auf keinen Fall entgehen lassen dürfen? Sehenswürdigkeiten, Kultur, Kulinarisches, Shopping ... alles gern genommen.

Dienstag, April 29, 2008

AG "Junge Naturforscher"

Das Kind stapfte heute zwei(!) Stunden mit der Omi durch den Tierpark und diesmal haben auch die Tiere den Steinchen den Rang abgelaufen. Affen, Waschbären, Vogel Strauß, Hühner, Elche, Schafe und Ziegen ... Sie war begeistert, glücklich und hat noch beim Einschlafen von den "... meine Entchen ... 'öpfchen Wasser ... in die Höh'" gesungen. Und nach ihren Eltern hat sie nur ein einziges Mal kurz nach dem Aufstehen am Morgen gefragt - so rein informativ.

Ich bin so unendlich stolz auf mein großes Mädchen. Und unendlich dankbar - den Omas und dem Kind. *lächel*

So frei

... ohne Kind durch die Fußgängerzone zu schlendern.
... nicht auf die Uhr sehen müssen, weil die Abholzeit gleich ran ist.
... niemand der in den Geschäften die Klamotten vom Bügel zieht.
... keinem hinterher wetzen müssen.
... niemand der im Einkaufszentrum auf dem Boden liegt, weil zweimal Rolltreppe genug sind.
... keiner der in voller Fahrt aus der Karre klettert.
... nicht hektisch nach Hause eilen, weil Abendbrot und Schlafengehen vor dem großen Geschrei erledigt seien sollten.
... spontan mit dem Liebsten eine Pizza essen gehen.
... ziellos Hand in Hand herum schlendern.

Und morgen gegen 18:00 Uhr fahren wir los. Goldene Tage!! Ich kann es kaum fassen.

Kinder

Falls irgendjemand das noch nicht gelesen hat, sollte er es unbedingt tun. Sehr schön ...

Montag, April 28, 2008

Morgendliches

Der Himmel ist hoch und blau und auf dem Weg zur Arbeit muss ich mitten auf der Bundesstraße anhalten, weil ein Fasan (ein Männchen mit unglaublich schönem Gefieder) in gemächlichem Schritt die Straße überquert. Muttern sitzt hinter dem Lenkrad und lächelt versonnen. Nur schade, dass der Fotoapparat zuhause liegt.

Ein Tag der so schön beginnt, sollte dann auch wunderbar weitergehen. So lautet das Credo und ich mache mich auf den Weg zur ersten Aufgabe des Tages - Austausch der Sommerreifen im Kofferraum gegen die derzeitig verwendeten Winterreifen. Die erste (freie) Werkstatt hat so früh noch geschlossen, beim Reifenservice in der nächsten Großstadt braucht man einen Termin - also lande ich bei at.u. Und solch einen sorgfältigen, nahezu liebevollen Radwechsel habe ich nun wirklich noch nie erlebt. Das ganze geht schnell, Unwucht prüfen kostet nichts extra und als dann als erste Amtshandlung in der Werkstatt die Frontscheibe geputzt wurde, war ich völlig hin und weg. Allerdings nur kurz, denn ich werde darauf hingewiesen, dass zwei der Reifen unbedingt erneuerungswürdig sind ... und als sei das nicht schon genug stellt der nette Herr Autoschlosser auch noch einen Schaden an der einen Felge fest. Schimpf und Schande über mich, das war bestimmt wieder ich, die über die Bordsteinkante gebrettert ist. So tragen wir nun also 1/3 des Budgets für die goldenen Tage in die Werkstatt. Glück muss der Mensch haben ... *seufz*

Aber immerhin: Die Sonne strahlt immer noch ...

Sonntag, April 27, 2008

Müde, matt, kaputt

Arbeit kann ja heilsam sein. Wenn der Kopf Achterbahn fährt und vor lauter Grübeln ohnehin keine Lösung mehr finden kann, hilft es mir meist, mich mit richtiger Arbeit abzulenken. Richtige Arbeit, Arbeit mit beiden Händen oder am besten vollem Körpereinsatz, Arbeit die so anstragend ist, dass für Denken kein Platz mehr bleibt. Oder Arbeit die so monoton ist, dass sie den Kopf klärt und die Lösung auf dem Silbertablett serviert. Andere machen Sport - Frau Feuervogel schuftet.

So hieß die Direktive des Tages. "Wir mähen da mal den Rasen." Eine Wiese für die man Verantwortung hat, die mangels Zeit und Energie seit einem Jahr nicht mehr gemäht wurde und die voller (im Gras versteckter!) Maulwurfshügel ist. Nach in Summe 10 (zehn!) Stunden Schwerstarbeit am Stück - ich 4 Stunden, der Liebste 6 Stunden - mit Rasenmäher, Motorsense, Federharke und Schubkarre hängen wir nun in den Seilen und sortieren unsere Knochen. Wie gut, dass Madame Lieschen heute Abend nicht mehr bespaßt werden muss. Sie bleibt diese Woche bei der Oma ... die goldenen Tage!! Sie wissen schon. ;o)

Freitag, April 25, 2008

Das Wort zum Wochenende

Mir hat mal jemand gesagt: "Du kannst die Welt nicht verändern, du kannst andere Menschen nicht verändern. Du kannst nur dich selbst und deine eigene Sicht auf die Dinge verändern." ... nun werde ich mal schauen, was ich daraus machen kann. Immerhin rücken ja auch die goldenen Tage in greifbare Nähe - noch zwei Tage arbeiten, dann haben wir erstmal frei.

Für einen sinnvolleren Eintrag bin ich zu müde, die Kopfschmerzen werden wohl hoffentlich am Wetter liegen, der Bügelberg droht auch schon wieder umzufallen und eigentlich hab ich überhaupt keine Lust zum Sachen packen. Na, hoffentlich ist morgen wenigstens ein Wetter zum Grillen.

Aber ihr, die Menschen aus Bloghausen - ihr verschönt mir den Tag und weil ich den Kopf zu voll habe, um sinnvoll zu kommentieren, gehe ich einfach mal herum und sage "Hallo" und wünsche allen ein strahlendes, sonniges Wochenende mit euren Lieben.

Donnerstag, April 24, 2008

Weiße Wut

Wenn ich merke, dass man mir in den Rücken fällt, obwohl ich berechtigte Erwartungen auf Unterstützung hatte. Wenn ich merke, dass ich mich abarbeite und in gelangweilte, leere Gesichter blicke. Wenn ich merke, dass alles was ich mal dachte gut zu können einfach nicht mehr funktioniert. Wenn es einfach keinen Spaß mehr macht und ich auch gut im Supermarkt an der Kasse sitzen oder anderer Leute Autos waschen könnte.

Dann kocht in mir die weiße Wut und ich höre mich sagen: "Mach bitte die Tür zu meinem Büro von draußen zu."

Dienstag, April 22, 2008

Sing, mein Kindchen, sing

Der Papa steht vor der Kinderzimmertür und hört von drinnen in Endlosschleife:
://Hopp, hopp, hopp,
'ferdchen lauf'lopp.//:

Dem Pauli gefällt's offensichtlich und wir können es kaum glauben und staunen mit offenem Mund. Offensichtlich waren die Krippentanten sehr erfolgreich mit ihren musikalischen Darbietungen. Hier passieren Sachen!!

Zwillingsmütter haben's schwer

Sie müssen vorlesen im Doppelpack ...

... und immer größere Mengen Essen kochen.

Darf ich vorstellen, das sind Willi und Lea. Die beiden zogen zum ersten Geburtstag bei uns ein, wurden erstmal mit anständigen (nicht rosanen) Klamotten versorgt und halten nun die Puppenmutter beständig in Atem. Genetisch ist das nicht, denn Muttern steht staunend daneben, hat sie doch ihre eigenen Puppenkinder nicht sehr liebevoll behandelt. So hole ich das nun nach und es macht sogar Spaß.

Montag, April 21, 2008

Kalendergirls

"Frauen sind in jeder Phase ihres Lebens schön, aber in der letzten Phase strahlen sie besonders schön - kurz danach sind sie nur noch trockenes Stroh."

... hach, ist der Film schön. Kind schläft (gottseidank) nach 1 1/2 Stunden Rambazamba und so wird es doch ein Frauenabend auf der Couch. Rotwein, Schnittchen und Aufatmen -hach ja. ;o)

Trennende Zusammenhänge

Wenn es diese eine Supermegatrashsendung unter der Woche gibt, die Frau Feuervogel unbedingt gucken möchte und bei der sich dem Liebsten die Fußnägel hochrollen, dann versteht es sich quasi von selbst, dass diese nicht an dem Tag ausgestrahlt wird, den er mit einem dienstlichen Termin aushäusig verbringt. Zwei getrennte Abende sind ganz schön viel für eine Woche.*seufz*

Sonntag, April 20, 2008

Schafe, wo seid ihr?

Der Papa versprach dem Lieschen Schafe für den Nachmittag. Muttern guckt verdutzt und lässt sich mal überraschen, wo er diese aufzutreiben gedenkt. Allgemeines Grübeln ... wir machen uns erstmal auf den Weg und Kindelein tönt von der Rückbank: "S'aaafe, bit du? 'isschen kommt 'etzt." Mama korrigiert, dass man "Schafe, wo seid ihr?" sagt, nun hören wir "S'aaafe, seid ihr? 'isschen kommt 'etzt." ... es wird also ernst. Eine Lösung muss her.

Drum besuchen wir mal wieder eine Sehenswürdigkeit der Region, von der mir der liebste Kollege vor kurzem sagte, dort sei er als Kind immer hindurchgetrieben worden. Es hat ihm anscheinend nicht geschadet und so trabten heute auch wir durch einen Tierpark. Großartige Exoten gab es nicht zu sehen, wir hatten trotzdem unseren Spaß.

"Storch, Storch Schnippelschnabel
mit der langen Ofengabel,
fliege übers Bäckerhaus,
hol mir einen Semmel raus -
mir einen, dir einen, allen braven Kindern einen ..."

Wir stellen mal wieder fest, dass wir überhaupt keine Ahnung von Tieren haben. Nicht Strauß, nicht Emu ... dies ist ein Nandu. Dem Kind ist's egal.

Auch Tierkinder sind neugierig: Baby-Alpaka bewundert einen Pfau.

Madame Lieschen erklomm eine riesige Leiter ... und merkte erst oben, dass Papa hinterher sprintete und Mama schützend neben der Rutsche stand. Da wurde es ihr dann doch bange ... wir waren stumm vor Staunen.

Nur für June: Wir präsentieren das "Bennetkänguru".

Wozu Tiere? Kleine Steinchen sind eindeutig spannender und weshalb die Eltern ständig weiter gehen müssen, wissen sie vermutlich nicht mal selbst.

Wenn schon keine S'aaafe dann wenigstens eine Ziege.

Der hat die Nuckelentwöhnung noch vor sich ... *kicher*

Samstag, April 19, 2008

Fazit

Und wie immer ist es der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der Anlass vergleichsweise nichtig, die Folgen vermutlich umso schlimmer. Was bleibt ist dieses ohnmächtige Gefühl einfach nicht mehr zu können, seit Wochen ... Monaten auf dem Zahnfleisch zu laufen und dabei ganz dicht an einem Abgrund zu balancieren. Und was tue ich meinem Kind an, wenn es seine Mutter so sieht? Kann dieser Tag mal bitte vorbei sein ...

Freitag, April 18, 2008

Einsichtmodus off

Sieht ganz danach aus, als hätte ich Madame Lieschen in den letzten Tagen zuviel für ihre Einsichtsfähigkeit gelobt. Vielleicht hat sie auch nur grad den Vorrat für diese Woche bereits aufgebraucht. Wie dem auch sei, wir diskutieren nun seit mittlerweile 1,5 Std über die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit eines Mittagschlafes. Nicht dass sie brüllen würde, sie sitzt oder steht einfach vergnügt in ihrem Bett herum und lässt sich allerlei Lustiges einfallen, um zwischenzeitlich immer mal wieder mit ihrer Mutter zu kommunizieren. Wir hatten bereits:
- eine megavolle Windel
- alle Kuscheltiere auf dem Teppich
- Schwenken und Hochheben der Jalousie
- Loserütteln der einen Bettseite (wie sie das geschafft hat ist mir ein Rätsel)
- "Nase zu" - Mama soll Spülen damit sie wieder Luft bekommt

Bisher hat es immer gereicht, einfach lange genug zu warten. Sie ist dann irgendwann eingeschlafen. Das klappt scheinbar heute nicht. Eigentlich wollte ich ja mit ihr nach dem Schlafen in die nächste Großstadt fahren. Das wäre mit unausgeschlafenem Kleinkind eine wahre Heldentat. Soll ich's wagen?

Hallo

Frau Feuervogel winkt nach Hamburg und wünscht einen schönen Tag. ;o)

Donnerstag, April 17, 2008

Luxusprobleme

... sich darüber zu ärgern, dass man ins Büro nicht einfach in Alltagsklamotten gehen kann. Und noch schlimmer - Nachschub an "Arbeitsschutzbekleidung" kaufen müssen. *ächz*

Selbsterkenntnis

Ich hole Madame aus der Krippe ab, nehme sie auf den Arm und drehe mich zur Lieblingskrippentante, um sie zu fragen, ob der Nuckel für den Mittagschlaf gebraucht wurde. Da nimmt sie mein Gesicht in beide Hände, dreht mich zu sich und spricht:

"Nunu, brauch is nis."

Wir besuchen am Nachmittag den liebsten Krabbelfreund der gerade seinen Mittagschlaf beendet und völlig verpennt in seinem Bett sitzt. Madame deutet auf den Nuckel und spricht:

"L. Nunu. (Guckt seine Mama an.) Brauch is nis."

Erwähnte ich bereits, wie stolz ich auf meine kleine Große bin??

Nuckel weg - die Strategie

Da ich immer noch ganz seelig durch die Gegend laufe und wir nun schon die zweite Nacht "ohne" hinter uns haben, schreibe ich mal kurz zusammen, wie wir die Sache angegangen sind. Eigentlich wollte ich noch ein paar Tage warten, aber da ihr gefragt habt ...

1. Schritt: Die Erkenntnis
Ich hatte es ja hier schon mal kurz angedeutet. Mich traf am Montag die Erkenntnis wie ein Schlag, dass es vielleicht wenn nicht sogar hauptsächlich an uns liegt, dass Madame Lieschen so an ihrem Nuckel hängt. Denn genau so wie sie an ihrem gewohnten Einschlafritual hängt/hing "Hinlegen - Schlafsack zu - Pauli suchen - Nuckel - Mama singt - Umdrehen - Schlafen", genauso hingen natürlich auch wir an dem Ritual und damit an dem Nuckel. Bot es doch den geplagten Eltern ein Maß an Sicherheit und die Aussicht auf einen erholsamen Feierabend. Rumms. DAS war ein Ding!! Müssen also wir unser Denken ändern und das Risiko eingehen.

2. Schritt: Ein neues Einschlafritual
Ab hier war es dann relativ einfach. Da ich keine Lust habe zukünftig siebenunddrölfzig Dinge zu zelebrieren bis Madame endlich schläft, wurde nur eine klitzekleine Kleinigkeit geändert. Wir haben die Stelle mit dem Nuckel einfach ÜBERSPRUNGEN. Natürlich hat sie danach gefragt, aber dank Schritt1 konnten wir ihr im Brustton der Überzeugung erklären "Den brauchst du jetzt nicht mehr. Du bist doch schon groß." Bereits am zweiten Tag kam die Frage nach dem Nuckel schon nicht mehr als Forderung sondern als Frage(!), selbe Antwort .... spricht das Kind: "Brauch is nis."

3.Schritt: Durchhalten
Natürlich fällt es Madame ohne Nuckel schwerer sich zu beruhigen und auf Schlaflevel runterzuschrauben. Natürlich gab es an Tag1 und Tag2 ein kleines Brüllkonzert. Aber das gab es am Montagabend auch mit(!) dem Nuckel. Ich habe dann versucht, ihr zu zeigen, dass ich immer für sie da bin. Bin auch noch ein paar Mal öfter zu ihr reingegangen als normalerweise und am Tag1 hab ich mich irgendwann daneben gesetzt und ihre Hand gehalten, bis sie sich beruhigt hat. Da hat man auch gemerkt, dass sie fix und fertig und total müde ist. Sie ist dann auch ganz schnell eingeschlafen. Übrigens hat sie die ganze Zeit in der sie gejammert hat nicht einmal(!) nach dem Nuckel gefragt. Am Tag2 ging es dann schon überhaupt nicht mehr um den Nuckel, sondern darum, dass es toll ist, wenn Mama neben dem Bett sitzt zum Einschlafen. Aber da hab ich ja June und ihre Erlebnisse und den warnenden Gedanken im Kopf, dass wir so etwas gar nicht erst anfangen, weil man es dann mühevoll wieder zurück drehen muss. Also hab ich gerstern abend irgendwann einfach gesagt: So, Mama geht jetzt eine Stulle essen." Das hat sie verstanden und ist dann kurz darauf eingeschlafen.

4.Schritt: Verbündete finden
Das wird das Schwerste. Da wir nicht immer mit unserem Kind zusammen sind, haben wir z.B. keinen Einfluss auf die Nuckelsituation beim Mittagschlaf. Und auch die Oma hat eben so ihre ganz eigenen Ansichten. Da müssen wir jetzt argumentieren, Stärke zeigen und natürlich auch den anderen vertrauen. Vor allem aber habe ich großes Vertrauen in unser Kind. Wenn sie erstmal verstanden hat, dass sie tatsächlich ohne Nuckel schlafen kann, wird sie ohnehin den Rest der Menschheit dahingehend belehren.

Ich werde berichten ...

Mittwoch, April 16, 2008

.

Sie schläft. Seit kurz nach sieben. OHNE.

Überfällig

2 Tage über Termin zu sein, zerrt an den Nerven - und zwar nicht nur an denen der zukünftigen Eltern. Ich bin ja schon sowas von gespannt und habe quasi pausenlos mein Handy im Augenwinkel. Derweil drücke ich alle verfügbaren Daumen und schicke Kraft, Kraft, Kraft ... *knutsch*

Strike!

Madame Lieschen hat es geschafft. Die erste Nacht ohne Nuckel liegt hinter uns. Und es hat gar nicht weh getan. Muttern ist glücklich, fast euphorisch und bis unter die Haarwurzeln voller Hoffnung. Und heute morgen bin ich mir sicher: Wir schaffen das!! Wenn nicht heute dann morgen oder übermorgen.

Und der Himmel ist blau, und die Sonne strahlt - das kann nur ein schöner Tag werden.
Ich könnte die ganze Welt umarmen. ;o))

Dienstag, April 15, 2008

Wir geben nicht auf

Frau Feuervogel hat nun also dem Babystöpsel den Kampf erklärt ... und dazu gehört, dass man nach dem ersten Misserfolg nicht gleich die Flinte ins Korn wirft. So habe ich nun heute in der Mittagspause die Mutti raushängen lassen und "erfahrene" Eltern befragt, wie man das anstellt mit diesem Nuckelentwöhnen. Das WeWeWeh liefert ja auf den ersten Blick nur so Ur.bia-Foren á la "Mein Kind ist 4 sollte ich es schon entwöhnen?". Das war keine Hilfe. Und wenn ich mir mein Kind so angucke und feststelle, wie schlau sie ist und was sie nicht schon alles versteht, frage ich mich umso mehr, wieso sie nicht auch verstehen sollte, dass sie den Nunu nicht wirklich braucht.

Der Kollege sprach dann die harte Wahrheit: "Tja, so oder so wirst du ihr den Nuckel wegnehmen müssen. Der Nuckel ist ab einem gewissen Alter vor allem eine dämliche Angewohnheit - von Kind und Eltern. Man hat eben die Wahl: Entweder will man den Nuckel loswerden oder seine Ruhe haben."

Das saß. Und zwar ordentlich. Nein, zu bequem sind wir nicht. Und so starteten wir einen neuen Versuch und "überhörten" nach dem ins-Bett-Legen geflissentlich die Frage nach dem Nunu. Es wurde also zuerst gesungen und dann verliessen wir das Kinderzimmer. Das Gebrüll unterschied sich wesentlich vom üblichen Theater, wenn Madame noch nicht schlafen will oder schon zu müde ist. Das Selbe hatte ich gestern Abend auch - trotz Nunu. Also Augen zu und durch. Aus dem Gebrüll wurde ziemlich schnell Genöhle, dann beschwerte sie sich bei ihrem Pauli und erzählte ihm ihren Tag. Als das Gejammer wieder anschwoll, ging zuerst der Liebste und danach ich die "Probleme erörtern". Ein bisschen Singen, ein bisschen Hand halten, ruhig voratmen ... und dann saß ich einfach nur noch da ohne sie anzusehenund habe gewartet.
Ein paar Minuten später war sie ein geschlafen - OHNE Nuckel.
Ich kann es kaum fassen.

Und sie hat bei der ganzen Aktion nicht einmal nach dem Nuckel gefragt.
(... und bis jetzt auch noch nicht ...)

Montag, April 14, 2008

Ich hab den Frühling geseh'n

... am letzten Donnerstag in Omas Garten. Im Übrigen war das ganze Wochenende einfach nur wunderschön sonnig und strahlend. Die liebste Freundin kam mit ihrer ganzen Rasselbande vorbei, wir haben draußen Mittag gegessen und Kaffee getrunken und die Nasen in die Sonne gehalten. Das könnte ich so öfters haben ... und insgeheim warte ich auch schon begierig auf unser erstes ohne-Männer-und-Kinder-Wochenende seit üps'n Jahren. Aber es wird kommen. Da bin ich mir sicher.

Nur auf eines könnte ich momentan glatt verzichten ... dass mir jemand mein Kind erklärt ... dass ich mir ständig anhören darf, sie sei schließlich noch ein Baby und die ganzen kleinen Macken und Mäckchen, die sie gerade entwickelt seien völlig normal ... dass ich sagen kann, was ich will, man handelt ohnehin so, wie man es selbst für richtig hält. Natürlich im Brustton der Überzeugung. Und was ich sage oder tue ist ohnehin nicht des Nachdenkens wert. Das hat man nun von seinem Traum einer Großfamilie. Da hilft nur noch Abstand, sonst geht mal wieder der Widder in mir durch ...
Und wie geht's euch so?

Sonntag, April 13, 2008

Die spinnen diese Eltern

Der ebenfalls spontane Versuch den ungeliebten Babystöpsel per kaltem Entzug loszuwerden ... unsere Argumente waren wirklich brillant und wurden augenscheinlich auch verstanden ... wurde trotz allem mit WÜTENDEM Geheul quittiert. Die Methode von Frau Klabauter ist ja bereits mehrfach gescheitert - vermutlich, weil wir hier keinen "Einschlafschnuller" haben sondern einen "halt-den-Schlaf-im-Kind-Schnuller" - da genügen selbst im Tiefschlaf Sekunden, um Madame hellwach nach dem Stöpsel brüllen zu lassen. Was sind wir doch für Weicheier, aber weiter brüllen lassen war einfach nicht drin. Leider kann man Kinderzähne so schlecht fotografieren, sonst würde man mich verstehen ... *fraufeuervogelknirschtfrustriertmitdenzähnen*

Lieber spontan

Notiz an mich selbst: Spontane Verabredungen sind die besten ... was für ein Genuß sich trotz bis unters Dach vollgepacktem Auto bis in den späten Nachmittag hinein mit der lieben Freundin und ihrer Familie zum Kaffeetrinken zu treffen. Kind bekam zum ersten Mal ein Blatt und Stifte zum Ausmalen (man beachte die ausgefeilte Technik) - sie ist jetzt also groß. ;o)

Und wahre Liebe geht eben doch durch den Magen ...



Samstag, April 12, 2008

Mit Liebe geschenkt

... und jede Sekunde von Herzen genossen. Der Typ ist einfach nur seeehr cool. Und die Musik geht mir zu Herzen, juckt mich in den Füßen und macht sich (textlich) breit in meinem Kopf ...

Solche Gaben lob ich mir, besonders wenn der zugehörige Wunsch "ein paar sorgenfreie Stunden fern von dem ganzen Mist" lautete. Mission geglückt. Ach ja, besonders bemerkenswert fand ich die Zusammensetzung des Publikums: Gesetzte Damen und Herren (so wie uns :) und jede Menge KINDER ... zumeist mit weißem Oberhemd, Schlips und HUT!!! Manche Leute können Fans haben. Ich hab Bauklötze gestaunt.

Öööbrigens: Ich hab an sie gedacht. Wo wir schon mal da waren ... ;o))

Engel gesichtet

Donnerstag, April 10, 2008

Typisch Jungfrau

Lieblingsbeschäftigung: "Aufräumen" .. gern auch "Schranktüren schließen" während Muttern grad die Wäsche einräumt. Und seit heute nun auch: "Fegen" ... mit Leidenschaft.

Wie sagt die liebe Omi immer: "Dein Kind wird dich schon noch erziehen." Da könnte sie recht behalten. ;o)
Unser kleiner Putzzwerg!!

Mittwoch, April 09, 2008

Ich will Internet

... am besten überall wo ich gehe und stehe ... und natürlich kostenfrei/-arm. Aber Träume sind Schäume und deshalb mache ich mich jetzt mit meinem Kind im Gepäck auf den Weg an die Küste in die Diaspora und melde mich, wenn wir zurück sind. Gehabt euch wohl und genießt die Zeit! Recht hat sie.

PS: Ich fühle es ganz sehr. Es ist mal wieder soweit!! *fraufeuervogelgucktnachdenklichdenkalenderan*

Dienstag, April 08, 2008

Zeigt her eure Karten

Moritz Papa fragt nach und da ist sie, die "wer besucht mich"-Karte von who's.amung.us
Ich persönlich erfreue mich ja lieber an G.oogleAnalytics ... da kann man wenigstens in die Karten reinzoomen und auch mal gucken, wann diese Menschen einen besucht haben. Nur die Frage WER da liest, die treibt mich natürlich ebenfalls um.

Fleischliche Genüsse

Gespräch zwischen Frau Feuervogel und dem Kollegen gegenüber:

F.F.: Willst du auch einen Nachtisch. (Eben bei Albrecht Feinkost käuflich erworben)
K.: Nein, ich bin mehr für "fleischliche Genüsse".
F.F.: Und? Die findest du auf deinem Schreibtisch?
K.: Ja, sehr lecker. ... und beißt herzhaft in seine Minisalami. ;o)

Wenn es diese Momente nicht gäbe wäre ich hier schon schreiend davon gerannt.

Montag, April 07, 2008

Gut Ding

Da waren wir wohl zu ungeduldig. Im Jahr 2004 haben wir auf dem Rückweg aus unserem Urlaub dort am Rhein eine Kiste Spätburgunder gekauft. Entgegen unserer sonstigen Vorlieben - einen deutschen Rotwein. Und damals und auch in den Folgejahren wurden wir auch "erwartungsgemäß" enttäuscht. Nun wurde heute die voraussichtlich letzte Flasche geöffnet ... und ich bin begeistert. Was ist nur mit diesem Wein passiert? Und wie vermeidet man solche Schnellschüsse zukünftig? Man kann ja nicht alles lagern, bis es fast von selbst zerfällt.

Zweierlei Maß

Wenn in einer äußerst vertrackten Angelegenheit immer, einfach immer mit zweierlei Maß gemessen wird, tröstet es zwar sehr, wenn man mit diesem Blickwinkel nicht allein da steht ... eine Lösung bringt dies aber noch lange nicht. Und es kratzt an der eigenen Person, wenn einem einfach kein Respekt entgegengebracht wird.

Sonntag, April 06, 2008

Ohne geht nicht

Heute mal wieder eine Premiere - das Kind beschließt, Mittagschlaf sei eine völlig überbewertete Angelegenheit. Nach den turbulenten Ereignissen der letzten Stunden eben auch kein Wunder ;o). Wir hören uns den Terror über eine Stunde an, dann darf sie aufstehen und wir beschließen einen spontanen Ausflug. So sehr wie Madame heute ohnehin auf Krawall gebürstet ist, fürchte ich mich schon ein bisschen vor dem Nachmittag. Ist sie also heute eine Große ... naja wer's glaubt.

Kaum haben wir die nächste Großstadt erreicht und das gute Kind in seinen Wagen umgebettet, schläft sie tief und fest und lässt sich von den lieben Eltern durch die Fußgängerzone kutschieren. Nun üben wir halt, dass die alten Eltern manchmal vielleicht doch mal recht haben.

Am liebsten

... 24 Stunden am Tag.

Samstag, April 05, 2008

Blumen, Torten, Gäste

Einen sehr schönen Tag hatte ich ... die Lieben aus der Heimat reisten an, Oma importierte lecker Torte (Schoko, Marzipan, Himbeer), der beste Liebste kochte wunderbar (Kotelettbraten mit Ingwerkruste) und die liebe Freundin kam trotz riesen Babkugel mit ganzer Familie. Ach, ihr seid alle so lieb zu mir. Und wenn ein überraschender Anruf eintrudelt ist das auch nicht zu verachten. ;o)

Und so trage ich es eben auch mit Fassung, dass es in unserer Familie so langsam zur Norm zu werden scheint, dass manche Gäste nach dem Kaffetrinken gänzlich unvermittelt aufspringen und gehen. Ankündigen muss man so etwas ja nicht und so guckt man als Geburtstagsmensch verdutzt hinterher ...
Päckchen gab es natürlich auch reichlich ... Bücher, Bücher, einen Brunnen für die Terasse und das da ... ich freu mich ja so.
PS: Eben erlesen, dass ich mit Bette Davis, Herbert von Karajan, Roman Herzog und Franziska van Almsick gemeinsam Geburtstag habe. Soll mir das was sagen? *grins*

Freitag, April 04, 2008

Tra-ri, tra-ra

... die Post war (schon vor ein paar Tagen) da. Und brachte mir aus dem großen weiten Internet eine Fremdpostelpostkarte. Und da ist sie:
Herzlichen Dank dafür an die Mäusekind-Mama und natürlich auch an Pia, die sich die Arbeit gemacht hat. Schöne Aktion, gerne wieder. Meine Karte wurde übrigens noch nicht hergezeigt ... geschieht mir ja auch recht, wenn ich mein Foto so spät veröffentliche. Ja wo ist sie denn hin??

Donnerstag, April 03, 2008

Wir nehmen alles mit

Komme eben vom kinderarzt. Die Nacht war bescheiden - Elend und Jammer und ein glühendes Kind. Trotzdem zeigt das Popometer "nur" 38,5°C an. Wir waren sehr verunsichert und standen somit um kurz nach 8 beim KiA auf der Matte. Nachwirkungen von gestern sind es offensichtlich nicht. Dafür hat sie auf dem einen Ohr eine beginnende MOE. Mein armes Lieschen, sie nimmt aber auch alles mit. Nun ist der Papa mit ihr nach Hause gefahren. Muttern musste ins Büro - hier wird heute auch noch der Bär steppen. Wenn's kommt, kommt's mit geballter Macht.

Mittwoch, April 02, 2008

Nicht vorenthalten

... möchte ich der Welt die Ereignisse der letzten Heimatwoche (besonders die Fotos dazu):

- Gartenarbeit (Karfreitag)
- Ostersonntag (kommt noch)
- Ostermontag im Tierpark
- 'Neee!! (Mama gibt alles)
- Das Monster besiegt (lassen Sie sich überraschen)

Falls ich es irgendwann mal schaffe, Beträge mit Fotos wenigstens halbwegs zeitnah online zu stellen, darf man mich den Froschinator nennen. Menno.

Fix und fertig

Madame Lieschen rutscht von einer Bank - nicht schlimm, nicht mit Getöse. Trotzdem reicht es zu einem ziemlichen Blutbad bei dem die erschrockenen Eltern feststellen, dass sie mit einem Schneidezahn die Unterlippe gestanzt hat. Bei unserem Glück ist es natürlich Mittwochnachmittag und der Kinderarzt hat keine Sprechstunde. So kennen wir nun auch die örtliche Notaufnahme und die dortigen Gepflogenheiten von Nahem. Wir haben gelernt, dass man bei so kleinen Kindern nicht wirklich etwas machen kann - Nähen wäre nur in Vollnarkose möglich. Nun hoffen alle darauf, dass es schnell und spurenlos trotzdem verheilt. Der Doktor hat wie versprochen ein "Heile, heile." drauf getan und die Wunde mit einem transparenten Mittel verklebt. Klara war unglaublich tapfer - erst zuhause schlug der geballte Stress zu und sie fing plötzlich an zu zittern und wollte nur noch ins Bett. Ich habe ihr ein Zäpfchen gegeben, sie kann ja nicht sagen, ob ihr nicht doch etwas weh tut. Nun hoffe ich, dass morgen alles besser ist und hänge mit dem Liebsten von den Ereignissen des Tages durchgeschüttelt auf der Couch.

Mein kleines Rippchen

"Essen" scheint sich zum absoluten Dauerbrennerthema bei uns zu entwickeln. Das Kind isst wie ein Spatz und wenn man nicht ab und an von anderen Müttern lesen könnte, dass es ihnen genau so geht, wäre ich vermutlich schon komplett verzweifelt. Trotzdem: Dieses kleine Mädchen aus Schwerin geht mir einfach nicht aus dem Kopf und immer noch frage ich mich, wie so etwas passieren kann. Ich dachte bisher, Kinder holen sich was sie brauchen und irgendeine Art von Nahrung ist normalerweise in jedem Haushalt vorhanden. Ich verstehe es nicht. Und weil ich es nicht verstehe macht es mir Angst.

Wenn ich mir meine Madame so angucke und beobachte, wie zart sie ist - kein Babyspeck, kein Kugelbauch - eben ein Rippchen. Wenn die Waage verkündet, dass sie mal wieder unter die 10-kg-Marke gerutscht ist, dann muss ich mich sehr zusammenreißen, um nicht komplett in Panik zu verfallen. Dabei hat sie wirklich ein geregeltes Leben: Feste Mahlzeiten, gute Zutaten, Ruhe und Gesellschaft beim Essen, Vorbilder die gern essen ... helfen tut das alles nicht. Sie kostet die meisten Speisen nicht einmal. Und wenn ich es mir genau überlege, wird die Auswahl der akzeptierten Lebensmittel beständig kleiner. Kein Käse/Quark, kaum Brot, nur Gläschen (und auch da wird immer öfter der Kopf weggedreht) - gekochte Kartoffeln, Reis, Gemüse sind lebensbedrohlich, Wurst eigentlich nur Leberwurst und Würstchen und selbst klassische Kinderleckerlis wie Pudding oder Milchreis/Grießbrei werden nachdrücklich abgelehnt. Das Einzige das immer geht ist Joghurt und Obst. Ich kämpfe mit den Tränen und schmeiße Lebensmittel in Größenordnung weg. Und wenn ich lese, dass andere Kinder mit 1 1/2 Kartoffelauflauf u.ä. essen, dann bin ich einfach sprachlos.

Die Strategie "Wenn sie nicht will, muss sie nicht." scheint Madame einfach überhaupt nicht zu beeindrucken. Sie will dann eigentlich nie. Und seit neuestem hat sie nun auch einen Satz dafür: Mag is nis. Gejammert dass sie Hunger hat, hat sie soweit ich mich erinnere noch nie. Ich habe die Gelassenheit nicht, zu glauben, dass ich als Mutter schon alles richtig mache. Und zum Kinderarzt mag ich nicht, weil der ohnehin wieder tiefenentspannt ist und ihr das Essen ja auch nicht reinzwingen kann.

Wenn sie wie gestern eine ganze Scheibe Brot mit Leberwurst zum Abendbrot isst, kann ich mich gar nicht richtig freuen, weil es ohnehin nur eine Eintagsfliege ist. *seufz*

PS: Wir haben mittlerweile alle Soll-sie-noch-nicht-bekommen-Regeln aufgehoben - bis auf Schokolade. Geholfen hat es nicht. Selbst lecker süß mag sie nis .
PS2: Und dann noch die liebe Verwandschaft im Rücken, mit vorwurfsvollen Blicken, sorgenvollen Minen und Sprüchen wie Du musst ihr das Essen eben beim Spielen/Spazierenfahren geben, da mag sie das vielleicht lieber. oder Man kann das gar nicht mitansehen. ...
PS3 (für Mama Schwaner: Wir haben letztens einen Kuchen mit ihre gebacken, was sie auch mit riesengroßem Interesse verfolgt hat. Als er fertig war, wollte sie ihn für nichts auf der Welt essen. Nicht ein Krümelchen ...